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  • Stephan Ziegler

«Angriff auf das St.Galler Kulturleben»

Der Stadtrat möchte die Erneuerung des Kunstmuseums um fünf Jahre verschieben. Das könnte bis zu 30 Millionen Franken kosten.


Bereits Ende der 90er-Jahre war klar, dass die wichtigste Kunstinstitution der Ostschweiz erneuerte Räumlichkeiten benötigt, um ein zeitgemässes Besuchererlebnis zu bieten und ihrer kunsthistorischen Verantwortung gerecht zu werden.

2012 gewann das Büro PARK Architekten, Markus Lüscher den Architekturwettbewerb für das Kunstmuseum. Das Ergebnis des Projektes ist ein modernes Kunstmuseum, das internationale Ausstrahlungskraft hat und den Stadtpark als Begegnungsort für alle St.Gallerinnen und St.Galler aufwertet. 

Verschiebung um fünf Jahre Die aktuelle Planung sieht eine Wiedereröffnung rechtzeitig vor dem 200-Jahr-Jubiläum des Kunstvereins im Jahr 2027 vor. Doch der Stadtrat hat vorgeschlagen, die Erneuerung des Kunstmuseums um weitere fünf Jahre zu verschieben. Demnach könnte eine Eröffnung erst im Jahr 2032 stattfinden.

Dafür findet das Kunstmuseum in einer Medienmitteilung scharfe Worte: Seit den ersten Planungsaktivitäten werden dann rund 30 Jahre vergangen sein. Das ist ein bedenkliches Signal für den Umgang der Stadtverwaltung mit ihren Bauprojekten und mit dem Kulturstandort St.Gallen, der ein wesentlicher Standortfaktor ist. Ausserdem sei der Sparvorschlag ein Angriff auf das Kulturleben in der Stadt und Region. 

Die Freigabe des Planungskredites ist für November 2020 geplant. Für das Projekt existiere ein Finanzierungsmodell, in dem Stadt, Kanton und Private je ein Drittel der Kosten übernehmen. Diese Chance sei einzigartig. Sie könne jetzt genutzt werden, wenn der Stadtrat dem Kanton und den Privaten beweist, dass er seine Verantwortung als Bauherr ernst nimmt.

Kultur- und finanzpolitisch unverantwortlich «Es wird keine zweite Chance dieser Art geben. Das Verschieben des Projektes ist also nicht nur kulturpolitisch, sondern auch finanzpolitisch unverantwortlich. Zusätzlich werden dadurch in den nächsten Jahren Kosten in Millionenhöhe entstehen, da der seit zehn Jahren aufgeschobene Unterhalt zwingend nachgeholt werden muss. Alle diese Faktoren führen dazu, dass die Stadt bei einer Verschiebung bis zu 30 Mio. Franken mehr für das Projekt zahlen wird», heisst es in der Mitteilung weiter.

Mit der Verschiebung des bereits laufenden Projektes werde also keine Kosten gespart. Im Gegenteil: Die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler würden laut dem Kunstmuseum letztendlich deutlich mehr bezahlen.


Quelle: www.stgallen24.ch


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